Südseemyrrthe
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Wirkungen und Studien zu Manuka Honig

Manuka Heilwirkung
Manuka Honig wird in der Wundheilung schon von vielen Krankenhäusern verwendet. Bildquelle: THALERNGSAK MONGKOLSIN / Shutterstock.com

In der neuseeländischen Erfahrungsheilkunde ist Manuka Honig schon seit Jahrhunderten bekannt. In den letzten Jahrzehnten wächst das Interesse auch auf wissenschaftlicher Seite. Mit Manuka Honig hat sich ein Heilmittel gefunden, welches natürlich wirken und keine nennenswerten Nebenwirkungen verursachen soll.

Um die Wirkung des Honigs zu verstehen, muss man zunächst die Manukapflanze, auch einfach als Manuka oder Südseemyrte bekannt, betrachten. Die Ureinwohner Neuseelands nutzten Manuka seit jeher zur Verarztung ihrer Krieger. Aus Blättern und Rinde wurden Aufgüsse und Pasten zubereitet, mit denen Verbrennungen, Wunden und Entzündungen behandelt, aber auch Magen-Darmbeschwerden, Erkältungen und Hautkrenkheiten versorgt wurden.

All diese Beschwerden vermochten die Maori mit einem Sud aus unterschiedlichen Pflanzenteilen zu kurieren. Heute geht man davon aus, dass die Heilwirkung auf die enthaltenen ätherischen Öle, den Methylglyoxalgehalt und weitere Pflanzenstoffe zurückzuführen ist, die antibakterielle und antientzündliche Wirkungen zeigen sollen.

Inhaltsverzeichnis

Entdeckung der Heilwirkung des Manuka Honigs

Erstmals entdeckt wurde die Heilwirkung von Manuka von dem aus England stammenden Botaniker Joseph Banks (1742-1820), der Mitte des 18. Jahrhunderts James Cook auf einer Weltumsegelung begleitete. Der Manuka Honig ist dagegen eine Entdeckung der Neuzeit (19. Jahrhundert).

Erst seit etwa 30 Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler mit dem Manuka Honig und seine Heilwirkungen. In der TU Dresden wurde erstmals der Inhaltsstoff Methylglyoxal für die hohe antibakterielle Wirkung verantwortlich gemacht. Mittlerweile wird der Manuka Honig in klinischen Studien erforscht und bei bestimmten Erkrankungen angewendet.

Honig hat augenscheinlich eine erstaunliche Wirkung auf unsere Gesundheit. Zu dieser Einsicht ist zumindest die Wissenschaft gekommen. So wird an zahlreichen Studien zur Wirkung des Manuka Honigs geforscht. Der Manuka Honig aus Neuseeland soll ein unvergleichlich hohes Potential an antibakterieller Wirkung haben.

„Wenn die Bienen einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr.“ Albert Einstein

Manuka Honig Wirkungen in der Übersicht

Die nachfolgende Übersicht gibt einen Überblick über die derzeit in Studien erforschten Wirkungen von Manuka Honig. Entsprechend der Ergebnisse, wird Manuka Honig für eine große Zahl an Anwendungen auch von der Medizin genutzt.

Manuka Honig Wirkungen
Abbildung: Wirkungsspektrum von Manuka Honig

Manuka Honig im Interesse der Wissenschaft

An der Universität Bonn werden zur Wundheilung seit einigen Jahren medizinische Honigprodukte auf der Basis von Manuka Honig verwendet. Die Ergebnisse der Wundbehandlung scheinen äußerst zufriedenstellend. Es heißt, die Wirkung des Manukahonigs übertrifft in einigen Fällen sogar die von Antibiotika.

Zur Wirksamkeit von Manuka Honig gibt es eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien. Es handelt sich dabei um einige dutzend Untersuchungen, die hauptsächlich in den letzten 10 Jahren durchgeführt wurden, viele davon wurden erst kürzlich beendet. Ein Überblick über diese Vielzahl von Studien findet man auf der US National Library of Medicine, National Institute of Health.

Medihoney™ (medizinischer Honig) als besondere Form des Manuka Honigs

Die vielversprechenden Ergebnisse der Studien über Manuka Honig in den letzten 15 Jahren haben die Wissenschaftler dazu bewogen, den Manuka Honig für äußerliche medizinische Zwecke noch etwas verbessern zu wollen, also speziell für die Wundbehandlung und Wundpflege. Der sogenannte Medihoney™ ist seit 2004 CE-zertifiziert und im europäischen Raum für medizinische Zwecke zugelassen. Medihoney soll die medizinischen Kriterien zur Wundversorgung wie Reinheit, Wirkung und biologische Sicherheit erfüllen. Der Unterschied dieses medizinischen Honigs und normalem Manuka Honig ist die nachträgliche Behandlung mit Gammastrahlen zur Sterilisierung.

Zur Wirksamkeit des Medihoney™ existieren mehr als 250 Studien und Publikationen, die man auf Medihoney.de einsehen kann.

Antibakterielle Wirkung von Manuka Honig

Auch australische Wissenschaftler konnten bereits 2009 laut einer Studie belegen, dass Manuka Honig (in Kombination mit Jelly Bush Honig) zur Behandlung oberflächlicher Wunden besser geeignet scheint, als Antibiotika. Manuka Honig hat gegenüber Antibiotika den Vorteil, dass die Erreger angeblich keine Resistenzen bilden. So können selbst Wunden, die mit multiresistenten Bakterien besiedelt sind, behandelt werden.

In der Technischen Universität Dresden (TUD) gelang es, die Konzentration des Zuckerabbauproduktes in unterschiedlichen Manuka Honigen aus Neuseeland zu ermitteln und „in vitro“ die antibakterielle Wirkung mengenmäßig nachzuweisen. Dazu nutzten die Wissenschaftler die HPLC-Methode (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie) und stellten dabei einen bis zu 100 fachen höheren Methylglyoxal-Gehalt fest, als in anderen Honigsorten. Dabei wurde auch die Hitzebeständigkeit von Methylglyoxal untersucht. In einem Bericht des Magazins "labor and more" wird dazu berichtet.

Aber nicht nur in Dresden wird geforscht, auch in an der Universität von Waikato in Neuseeland werden Forschungen zu Manuka Honig gemacht. Die Forscher in Neuseeland fanden heraus, dass verschiedene Anionen (negativ geladenen Ionen) im frisch gesammelten Honig erst durch den Entzug der Feuchtigkeit des Inhaltsstoffes Dihdroxyaceton das Methylglyoxal entstehen lässt. Weitere Forschungen ergaben, dass der Methylglyoxal-Gehalt im reifen Manuka Honig, je nach Herkunft, schwankt. Diese Erkenntnis wird dazu genutzt, gezielt Manukasträucher mit einem hohen Wirkstoffgehalt zu züchten und anzubauen.

Es heißt, Manuka Honig hat ein antibakterielle Wirkung, was anhand diverser weiteren Studien belegt wurden. Inbesondere wurde die bakterientötende Wirkung von Manuka Honig auf Wunden in einer Studie von 2013 und 2014 untersucht und dem Honig ebenso eine antibiotische Wirkung insbesondere auf Wunden bescheinigt.

Es scheint, für die antibakterielle Wirkung des Manuka Honigs ist vor allem das Zuckerabbauprodukt Methylglyoxal (MGO) verantwortlich. Der MGO Gehalt macht Manuka Honig so attraktiv bei bei Wundheilungsstörungen.

Antiobiotische Wirkung des Manuka Honigs

In einer umfassend angelegten Studie will die Universität Bonn zusammen mit den Kliniken in Düsseldorf, Homburg und Berlin Erfahrungen und Daten bezüglich der Wundeheilung von Problemwunden mit medizinischem Honig sammeln. Dazu sollen 100 Krankheitsverläufe dokumentiert und ausgewertet werden. Der verwendete Honig besteht aus zwei Honigsorten, wobei es sich bei einem der beiden um den starkt antibakteriell wirkenden Manuka Honig handeln soll. Er trägt das CE-Siegel und wird regelmäßigen Qualitätskontrollen unterzogen.

Abgestorbenes Gewebe wird schneller abgestoßen und die Wunde heilt schneller. Außerdem bereitet der Verbandswechsel weniger Schmerzen, weil sich die Umschläge leicht entfernen lassen, ohne die neu gebildeten Hautschichten zu verletzen
Kai Sofka, Wundspezialist der Uni-Klinik Bonn

Die sogenannten Hospitalkeime sind Keime, die sich insbesondere in Kliniken und den dort vorherrschenden Bedingungen wohl fühlen. Sie sind resistent gegen viele der üblichen Antibiotika. Die Uniklinik in Bonn unter Doktor Arne Simon und dem Wundspezialisten Kai Sofka berichtet darüber, dass sie Honig im Bereich der Hämatologie und Onkologie benutzen.

Das Jahr 2002 kennzeichnet in Großbritannien ebenfalls ein wichtiges Jahr in Bezug auf die Krankheitserreger MRSA und MS SA. Die gefürchteten Hospitalkeime hatten alleine in Großbritannien 20.000 Menschen das Leben gekostet, weltweit mögen es Millionen sein. Prof. Liz Harry von der Universität für Technologie in Sydney (Australien) stellte fest, dass Manuka Honig neben der herausragenden antimikrobiellen Wirkung scheinbar noch eine sehr spannende Fähigkeit besitzt.

Manuka Honig ist in der Lage, die bisher resistenten Bakterien MRSA wieder empfänglich für Antibiotika zu machen. Wenn Antibiotika und Manuka Honig zugleich verabreicht werden, verhindert Manuka Honig, dass die MRSA Bakterien gegenüber Manuka Honig resistent werden.
Prof. Liz Harry von der Universität für Technologie in Sydney

Die Untersuchung konstatierte außerdem folgendes:

  • Unter Laborbedingungen zeigte sich korrespondierend, dass die Bakterien unter dem Einfluss von Manuka Honig angeblich keinerlei Resistenzen entwickelten.
  • Wenn der Superkeim MRSA nur mit einem speziellen Antibiotikum (Rifampicin) behandelt wird, wird er sehr schnell resistent.
  • Die Kombination von Antibiotika und Manuka Honig zeigt gute Erfolge.

Die genannten Punkte scheinen extrem wichtige Feststellungen mit Blick auf die Wirksamkeit von Manuka Honig. Denn wenn die gefährlichen Krankenhauskeime gegen die üblichen Antibiotika resistent sind und es keine Antibiotika gibt, die gegen sie wirken, dann stellt Manuka eine ausgezeichnete Option dar und sollte nicht erst als „letzter Versuch“ bei der Behandlung in Betracht gezogen werden. Dieser Meinung ist zumindest Prof. Liz Harry und betroffene Patienten können sich die Erkenntnisse ebenfalls zunutze machen.

Manuka Honig gegen Biofilme (Bakterienschichten)

Unter Biofilmen sind Bakterien-Schichten zu verstehen, die vor allem in Krankenhäusern problematisch sind. Diese Bakterienschichten können sich zum Beispiel an Kathetern festsetzen, wo sie beim Patienten zu Infektionn führen können. Einer Forschergruppe ist es gelungen, dass 70 % der Bakterien (E.-coli-Biofilmen) nach dem Einsatz einer wässrigen Manuka-Honig-Lösung nicht mehr an dem Katheter zu haften scheinen. Quelle

Bislang wurde zwar nur im Labor getestet. Aber aufgrund der vielversprechenden Ergebnisse kann man hoffen, dass die Manuka-Lösung bald auch in Krankenhäusern zur Reinigung von Kathetern zum Einsatz kommt.

Manuka Honig und Hefepilze

Hefepilze können bei Transplantationspatienten für die Abstoßung des transplantierten Organs sorgen. Im Jahr 2007 erlitt ein amerikanischer Patient, der 2 neue Nieren bekommen hatte, eine Infektion mit einem seltenen Hefepilz. Die Infektion reichte bereits bis ins Rückenmark und aggressive Antibiotika schienen diese Infektion nicht eindämmen zu können. Im Zuge der Behandlung entwickelte der Patient eine nässende Wunde am Bein. Die Gliedmaßen waren geschwollen, gelb und grün eingefärbt. Die verfärbte Wunde reichte vom Knie bis hinunter zum Knöchel. Die Ärzte stellten die Diagnose, dass das Bein nicht mehr zu retten, sondern amputierte werden müsse.

Im ersten Schritt sollte die bereits abgestorbene Haut abgeschnitten und durch eigene Hauttransplantat ersetzt werden, danach die Amputation erfolgen. Bevor dieser radikale Eingriff vorgenommen wurde, schlug eine Krankenschwester die Behandlung mit einer Wundauflage aus Medihoney vor. In Amerika waren die Wundauflagen kürzlich als Medizinprodukt zugelassen worden. Der Manuka Honig wirkte scheinbar und innerhalb von 14 Tagen heilte die offene Wunde wohl komplett ab. In letzter Konsequenz konnten die Ärzte das Bein tatsächlich retten und der Patient soll heute gesund sein.


Quellen zu den Studien:

Microbiology Society, 12/2012, Title: Manuka honey is bactericidal against Pseudomonas aeruginosa and results in differential expression of oprF and algD

University of Waikato, Hamilton, New Zealand, 4/2011, Title: The controlled in vitro susceptibility of gastrointestinal pathogens to the antibacterial effect of manuka honey.

Department of Medical Microbiology, Medical University of Warsaw. 4/2017, Title: Antimicrobial effects of Manuka honey on in vitro biofilm formation by Clostridium difficile

International Journal of Dentistry, 2/2017, Title: Periodontal Application of Manuka Honey: Antimicrobial and Demineralising Effects In Vitro.

International Journal of antimicronial agents, PLoS One, 12/2016, Title: The Antibacterial Activity of Australian Leptospermum Honey Correlates with Methylglyoxal Levels.

Front Microbiol, 4/2016, Title: Therapeutic Manuka Honey: No Longer So Alternative.

Ultrastructural Pathology, 2/2016, Title: How methylglyoxal kills bacteria: An ultrastructural study.

Journal of Wound Care, 2/2016, Title: In vitro activity of an engineered honey, medical-grade honeys, and antimicrobial wound dressings against biofilm-producing clinical bacterial isolates.

Molcules, 10/2015, Title: Comparing the Antibacterial and Functional Properties of Cameroonian and Manuka Honeys for Potential Wound Healing-Have We Come Full Cycle in Dealing with Antibiotic Resistance?

Frontiers in Microbiology, 1/2015, Title: Antibiotic-specific differences in the response of Staphylococcus aureus to treatment with antimicrobials combined with manuka honey.

Swiss dental journal, 9/2014, Title: Antibacterial potential of Manuka honey against three oral bacteria in vitro.

Archives in Medical Research, 7/2014, Title: Anti-influenza viral effects of honey in vitro: potent high activity of manuka honey.

Journal of Cosmetic Dermatology, 12/2013, Title: Honey in dermatology and skin care: a review.

Frontiers in Microbiology, 1/2015, Title: Antibiotic-specific differences in the response of Staphylococcus aureus to treatment with antimicrobials combined with manuka honey.

Weitere ca. 260 Studien über Manuka Honig, verfügbar im PubMed, US National Library of Medicine